HanauErhören 18. bis 22. September 2006
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Hörsysteme

Digitale Hörsysteme – leistungsstarke Zwerge
Fotoliebhaber wissen es längst: Die Zukunft ist digital.
Während sich die Kamera-Produzenten mit immer höheren Pixel-Werten übertreffen, hat der digitale Wettstreit auch die Hersteller moderner Hörsysteme erfasst. Im Gegensatz zu den Kameras von Canon & Co. geht es bei Hörsystemen nicht nur um mehr, sondern auch um weniger: Klein ist fein.
Dank Mikrochip-Technik schrumpfen die Maße der Geräte immer mehr zusammen, während das Leistungsspektrum kontinuierlich erweitert wird. Inzwischen ist eine Vielzahl unterschiedlicher digitaler Hörsysteme auf dem Markt, aus der jeder das für ihn am besten geeignete aussuchen kann. Dank digitaler Technik erreichen die modernen Hörsysteme nicht nur einen qualitativ überzeugenden Klang, der Mikrochip ermöglicht auch eine sehr genaue Anpassung an die individuellen Hörbedürfnisse. Er erkennt die unterschiedlichsten akustischen Signale und bewertet sie in Bruchteilen einer Sekunde. Nützliche Geräusche werden prompt und auf die jeweilige Situation angepasst verstärkt, störende Töne wirkungsvoll unterdrückt.
IO-Hörsystem
IO-Hörsystem
HdO-Hörsystem
HdO-Hörsystem
Hörsysteme, die hinter dem Ohr getragen werden
Die so genannten HdO-Geräte werden hinter dem Ohr angebracht und durch einen kleinen Schlauch mit dem Ohrpass-Stück verbunden. Die größere Bauform lässt der Technik mehr Spielraum. Oft ist auch die Bedienbarkeit leichter und das Hören besser. Vor allem bei größerem Hörverlust sind HdO-Geräte vorteilhaft. Die Hörsysteme punkten darüber hinaus mit den niedrigsten Energiekosten, da sie mit größeren Batterien arbeiten können. In den aufsteckbaren Audioschuh lässt sich der Anschluss für Zusatzgeräte wie beispielsweise direkte Radio- oder Fernsehempfänge stöpseln. Viele Geräte empfangen je nach Ausstattung die Signale von Induktions-, Funk- und Infrarotanlagen kabellos. Aufgrund ihrer Größe sind die HdO-Geräte mehr zu sehen als im Ohr getragene. Doch auch hier bieten die Hersteller heutzutage zahlreiche interessante Varianten an: von sehr dezenten Modellen bis hin zu poppig gestalteten in formschönem Design und mit Schmuckelementen.
Im-Ohr-Geräte
Sie sind Meister perfekter Tarnung: IdO-Geräte verschwinden weitgehend im Ohr. Vor allem die CIC-Geräte (= Completely-in-Canal-Hörsysteme, solche also, die komplett im Gehörgang verschwinden) sind kaum zusehen. Einige haben eine Antenne, an der sie einfach herausgezogen werden können. Die geringe Größe macht die IdO-Geräte für viele Menschen besonders attraktiv, bringt aber auch Einschränkungen mit sich. So ist bei ihnen beispielsweise die Gefahr der Rückkopplung, eines unangenehmen Pfeiftons, höher als bei HdO-Geräten.
Geräte für leichte Hörstörungen, mit und ohne Fernsteuerung, für binaurales Hören:
Nahezu unsichtbar sind mittlerweile auch andere Hörsysteme, etwa der Free Soundmanager, eines der High-Tech-Geräte der Firma Hansaton. Das nur 26 Millimeter lange und 1,8 Gramm leichte Gerät sieht aus wie ein MP3-Player und sitzt hinter dem Ohr. Es ist vor allem für Menschen gedacht, die nur leicht hörgemindert sind: Einfach aktivierbar, filtert es störende Geräusche wie Gläserklirren in Restaurants heraus. Klein, diskret und dennoch enorm leistungsfähig ist auch das Hörsystem Delta von Oticon. Aufgrund seines Designs verschwindet es vollkommen hinter dem Ohr; ein hauchdünnes Kabel führt zu einem Mini-Lautsprecher, der im Gehörgang sitzt. Das ermöglicht ein volles Klangspektrum, laut Oticon werden bis zu acht Kilohertz erreicht.
Es gibt auch Hörsysteme, die miteinander kommunizieren:
Siemens hat mit Acuris e2e wireless diese audio technische Innovation auf den Markt gebracht. Linkes und rechtes Hörsystem tauschen drahtlos Informationen untereinander aus, bewerten sie und passen ihre Einstellungen auf beiden Seiten automatisch und zeitgleich an. Zwei unabhängige Hörsysteme funktionieren so als ein einheitliches binaurales Hörsystem.
Fazit:
Möglichkeiten gibt es heute viele. Die Experten sind sicher, dass die enormen technischen Fortschritte noch nicht das Ende des digitalen Siegeszuges sind. Ähnlich wie bei den Kameras sind die Entwicklungszyklen derzeit rasant. Für die Hörsysteme-Träger daher die Empfehlung: Lassen Sie sich ausführlich über die neuesten Geräte beraten und berücksichtigen Sie bei der Wahl der Hörsysteme Ihre individuellen Hörbedürfnisse.

Hörsysteme erhöhen den IQ
Hörsysteme steigern neben dem Hörvermögen auch die Intelligenz.
Dies ergab eine Studie der Uni Erlangen-Nürnberg. Bei Personen mit angepassten Hörsystemen erhöhte sich der Intelligenzquotient (IQ) im Vergleich zur Kontrollgruppe innerhalb von zwei Monaten um 3,43 Punkte, bei beidohrig Versorgten, die die Geräte im Schnitt vier bis acht Stunden am Tag trugen, sogar um 10 Punkte.
Die Empfehlung der Forscher:
Wer sich nicht mehr so stark aufs Hören und Verstehen konzentrieren muss, setzt geistige Kapazitäten frei. Das spricht dafür, Hörsysteme möglichst frühzeitig zu nutzen.

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