Hörschäden
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| Man unterscheidet zwischen der Schallleitungs-Schwerhörigkeit
und der Schallempfindungs-Schwerhörigkeit. |
Schallleitungs-Schwerhörigkeit
Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit liegt die Ursache in einer Erkrankung
des äußeren Gehörgangs oder des Mittelohrs. Dies kann durch Ohrschmalzpfropfen
oder Fremdkörper im Gehörgang hervorgerufen werden. Auch eine akute Mittelohrentzündung
führt häufig zu einer vorübergehenden Schallleitungsschwerhörigkeit. Weitere
mögliche Ursachen sind Entzündungen des Gehörgangs oder dort auftretende
Knochenwucherungen. Ein verletztes Trommelfell kann ebenfalls der Auslöser einer
Schallleitungsschwerhörigkeit sein, ebenso wie Knochenveränderungen und
Tumore im Bereich des Mittelohrs. Schallleitungsschwerhörigkeit lässt sich
in vielen Fällen mit Medikamenten oder durch einen operativen Eingriff verbessern
oder beseitigen. |
Zahlen und Fakten
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Alter
(in Jahren) |
Anteil hörgeminderter Menschen
(in Prozent) |
| 14 - 19 |
1 |
| 20 - 29 |
2 |
| 30 - 39 |
5 |
| 40 - 49 |
6 |
| 50 - 59 |
25 |
| 60 - 69 |
37 |
| 70 und älter |
54 |
19 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren (ohne Altersbegrenzung
nach oben) haben eine Hörminderung. Zählt man die bundesweit etwa 500.000
hörgeschädigten Kinder hinzu, gibt es rund 14 Millionen hörgeschädigte
Menschen in Deutschland! |
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Schallempfindungs-Schwerhörigkeit
Die Schallempfindungsschwerhörigkeit – auch Innenohrschwerhörigkeit genannt – tritt
viel häufiger auf als die Schallleitungs-Schwerhörigkeit. Bei dieser Hörschädigung
sind meist die feinen Haarzellen in der Hörschnecke betroffen. Hervorgerufen werden
kann die Innenohrschwerhörigkeit beispielsweise durch zu viel Lärm, Medikamente
(z. B. Antibiotika, die selektiv im Innenohr gespeichert werden) oder Gifte. Weitere
mögliche Ursachen sind Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Innenohr sowie
Immunerkrankungen.
Auch der Hörsturz führt zur Innenohrschwerhörigkeit. Es handelt sich dabei um eine
plötzlich auftretende, meist einseitige Hörstörung. Diese Störung kann fast bis zur
Taubheit gehen, die Ursachen sind bislang ungeklärt. Bei einem Hörsturz sollte innerhalb
von 24 Stunden ein Arzt aufgesucht werden, weil sonst das Gehör dauerhaft geschädigt
bleibt. |
Schwerhörigkeit im Alter
Die Schwerhörigkeit im Alter ist wahrscheinlich vor allem
eine so genannte Zivilisationskrankheit. So können Angehörige
von Naturvölkern
mit siebzig Jahren noch genauso gut hören wie dreißigjährige
Städter. Der
Alterungsprozess des Gehörs ist wahrscheinlich das Ergebnis aller
schädlichen
Einflüsse (Geräuschbelastungen, Erkrankungen und Medikamente) während
des ganzen Lebens. Dazu kommt, dass das Gehirn in jungen Jahren gut in
der Lage ist, unvollständig verstandene Texte zu entschlüsseln. Mit
zunehmendem Alter jedoch lässt diese Fähigkeit des Gehirns nach.
Lückentexte werden kaum noch verstanden.
Schallempfindungsschwerhörigkeit kann in der Regel nicht mit Medikamenten
oder Operationen behoben werden. Der Hörschaden kann aber mit Hörgeräten
ausgeglichen werden.
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| Hörschäden bei Kindern und Jugendlichen |
Von 1.000 Neugeborenen leiden ein bis zwei an einer gravierenden
Hörschädigung.
In den alten Bundesländern gibt es 7.000 bis 8.000 hochgradig
hörgeschädigte Kinder. 80.000 bis 150.000 Kinder sind mittelgradig hörgeschädigt.
Drei bis vier Prozent aller Kinder leiden an einer leichtgradigen Hörminderung.
Daraus ergibt sich eine Gesamtzahl von weit über 500.000 Kindern mit behandlungsbedürftigen
Hörstörungen. Nach Angaben des Deutschen Zentralregisters für kindliche
Hörstörungen in Berlin ist das Hörvermögen von rund 80.000 Kindern so hochgradig
gestört, dass sie spezielle Sonderschulen besuchen müssen. Kinder mit zentralen
Hörstörungen wurden bei all diesen Zahlen nicht berücksichtigt.
Neben den angeborenen Hörschäden treten auch erworbene Hörschäden auf,
z. B. durch Lärm. Experten gehen davon aus, dass künftig rund zehn Prozent
der Jugendlichen lärmbedingte Hörschäden aufweisen werden. Als Ursache
stehen hier die Musikgewohnheiten (zu viel, zu laute Musik) und laute Knalle
(Spielzeugpistolen, Silvesterknaller etc.) ganz vorne. |
Weitere Infos:
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie am Montag, 18. September, beim Info-Treff im Congress
Park Hanau. Besuchen Sie den Vortrag von Professor Dr. Jürgen Kießling!
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| Lärm: ein Abfallprodukt |
Was wir hören, ist Schall. Wenn dieser Schall als unangenehm
empfunden wird, spricht man von Lärm.
Lärm ist häufig ein Abfallprodukt
unserer zivilisierten Gesellschaft: Wir benutzen Maschinen, die fast nie
geräuschlos und oft sogar sehr laut sind. So ist nachts an Hauptverkehrsstraßen
ein Dauerschallpegel von 65 dB(A) (Dezibel) zu messen. Ab dieser Lautstärke
erhöht sich – bei dauernder Belastung – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Lärm, der uns am Tag oder in der Nacht stört und stresst, kann das Gehör
schädigen. Er beeinflusst aber auch unser vegetatives Nervensystem (Durchblutung,
Herz-Kreislauf-System, Magen-Darm-Bereich) und kann zu Befindlichkeitsstörungen
führen.
Sehr starker Straßenverkehrslärm bringt es am Tag auf 80 Dezibel. Ab einer
Lautstärke von 85 Dezibel sind Hörschäden möglich, wenn wir diesem Lärm
40 Stunden pro Woche ausgesetzt sind. Daher ist ab 85 Dezibel am Arbeitsplatz
Gehörschutz vorgeschrieben. Wenn der Lärm noch lauter ist, verkürzt sich
die zumutbare Zeitspanne für die Ohren. So ist bei 100 Dezibel – das entspricht
der Lautstärke eines Presslufthammers auf der anderen Straßenseite – die "zulässige
wöchentliche Schallbelastung" bereits nach 80 Minuten erreicht. Danach
benötigt das Gehör eine lange Ruhepause, um sich zu erholen.
Nicht alles, was laut ist, wird auch als Lärm empfunden. So ist Motorengedröhne
für Rennsportfans keineswegs lästig. Und bei Musik weiß jeder, dass die
eigenen Lieblingslieder gerne mal laut gehört werden. Dieser so genannte
Freizeitlärm ist besonders gefährlich, da wir ihn als angenehm empfinden,
auch wenn er gehörschädigend laut ist. |
Weitere Infos:
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie am Dienstag bei unseren Vorträgen im Congress Park
Hanau. |
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